Über CIRS-Pädiatrie
CIRS-Pädiatrie ist ein Angebot für niedergelassene Kinder- und Jugendärzte und Medizinische Fachangestellte, ihr Qualitätsmanagementsystem mit einem Instrument zur Fehlererkennung und internen Schulung zu ergänzen.
Im Zuge der Etablierung von QM-Systemen in niedergelassenen Kinder- und Jugendarztpraxen gilt es auch praxisgerechte Fehlermanagementsysteme zu etablieren. Der BVKJ initiierte daher das CIRS-Pädiatrie, um niedergelassenen Praxen, die vielfach vor ähnlichen organisatorischen und medizinischen Herausforderungen stehen wie andere Kinder- und Jugendarztpraxen auch, ein kostengünstiges und zeitsparendes, überregionales und über das Internet jederzeit leicht zugängliches Instrument für alle Mitarbeiter einer Praxis zur Verfügung zu stellen.
Internetbasiert
CIRS-Pädiatrie ist über das Internet www-weit verfügbar. Die gängigen Internetbrowser unterstützen und vereinfachen den Zugang und die Bedienung.
Praxen, die das webbasierte Intranet des BVKJ, www.Pädinform.de , über ihre Praxissoftware nutzen, müssen sich noch nicht einmal anmelden, sondern können das CIRS gleich nutzen. Das gilt für medizinische Fachangestellte, die das Portal www.Praxisfieber.de nutzen, genauso.
Wir laden Sie ein – machen Sie mit!
Überregionalität
Der Vorteil der Nutzung über das Internet ist die Überregionalität und Erweiterung der Nutzergruppe über das Praxis-Team, einem regionalen Verbund oder Gesprächskreis hinaus. CIRS-Pädiatrie ergänzt die praxisinternen Besprechungen, in denen kritische Ereignisse und Fehler analysiert werden um aktuelle Herausforderungen aufgrund von kritischen Ereignissen zu lösen und langfristige Vermeidungsstrategien umzusetzen. CIRS-Pädiatrie ergänzt zudem auch regionale Qualitätszirkel, in denen kritische Ereignisse und Fehler – wenn auch in einer anderen Form – ebenfalls diskutiert werden sollen. CIRS-Pädiatrie erweitert diese Gruppen, um ein Problem von Nicht-Beteiligten und auch anonym beleuchten zu lassen und um schneller an erfolgreiche Lösungswege zu gelangen. CIRS-Pädiatrie kann aber nie praxisinterne Besprechungen und regionale Qualitätszirkel ersetzen. CIRS-Pädiatrie kann nur Anregungen geben, die intern weiter bearbeitet werden müssen.
Interdisziplinarität
Weiterhin dient CIRS-Pädiatrie indirekt auch als Problem-Kommunikationsplattform der kinder- und jugendärztlichen Praxen zu stationären oder weiterbehandelnden Einrichtungen. Kinderkrankenhäuser, Sozialpädiatrische Zentren, pädiatrische Reha-Kliniken oder andere kinder- und jugendmedizinische Institutionen und Therapeuten können CIRS-Pädiatrie über www.Pädinform.de ebenfalls nutzen.
Freiwilligkeit
Die Berichte über kritische Ereignisse, die auf CIRS-Pädiatrie öffentlich gemacht werden, werden freiwillig von den Praxismitarbeitern, Ärzten, Therapeuten, Sprechstundenhilfen und QM-Beauftragten eingegeben. Es besteht keine Verpflichtung kritische Ereignisse oder Fehler an CIRS-Pädiatrie zu melden. CIRS-Pädiatrie kann von allen Mitarbeitern einer Arztpraxis genutzt werden, insbesondere natürlich von den QM-Beauftragten.
Kontrollierter Zugang
CIRS-Pädiatrie ermöglicht es in einem geschützten Umfeld, Probleme und kritische Situationen im Praxisalltag mit einer größeren Gruppe von Kolleginnen und Kollegen zu analysieren und Lösungen zu finden. CIRS-Pädiatrie ist nicht gedacht als Forum für Patienten bzw. Eltern und Angehörige, um Behandlungsfehler zu schildern, oder für Journalisten und Rechtsanwälte, um zu recherchieren. Der Gedanke offen mit kritischen Situationen im Praxisalltag umzugehen, diese sowohl intern, als auch über solch ein Portal in anonymisierter Form zu schildern und mit anderen zu diskutieren, ist das Ziel. CIRS-Pädiatrie ist daher nur für angemeldete Nutzer von www.Pädinform.de oder www.Praxisfieber.de zu nutzen. Um die beiden Portale nutzen zu können, müssen Sie im Übrigen nicht Mitglied es BVKJ sein.
Anonymisierung
CIRS-Pädiatrie verhindert über eine mehrstufige Anonymisierung, daß die eingestellten Berichte missbräuchlich genutzt und die Beteiligten Personen, Institutionen oder Umstände identifiziert werden können. Die über die Internetnutzung generierten Daten der Nutzer (IP-Adressen), die eine Rückverfolgung ermöglichen würden, werden über den technischen Partner des Ärztliches Zentrums für Qualität in der Medizin, ProtecData AG, deren Server in der Schweiz steht, unwiderruflich gelöscht. Der verbleibende Bericht-Datensatz geht an das ÄZQ und wird von einem Redaktionsteam überarbeitet. Namen, Zeitangaben sowie Umstände, die eine Rückverfolgung ermöglichen würden, werden anonymisiert. Der verbleibende Datensatz wird dann einem Expertenteam des BVKJ vorgelegt, das aufgrund seines Fachwissens wiederum eine mögliche Rückverfolgbarkeit zum Berichtenden, den beteiligten Personen oder der geschilderten Umstände prüft. In einem letzten Schritt wird die Relevanz des Berichtes durch die CIRS-Experten des BVKJ hinsichtlich eines Lerneffektes im Sinne eines CIRS bzw. für die pädiatrische CIRS-Community geprüft und der Bericht freigegeben oder verworfen.
Kommentare zu den eingestellten Berichten werden von den Mitarbeitern des ÄZQ im Sinne eines moderierten Forums ebenfalls anonymisiert und freigegeben.
Berichtsdatenbank zum Lernen
CIRS-Pädiatrie lebt von den Berichten über kritischer Ereignisse oder Fehler, aber auch von den Kommentaren der anderen Nutzer und Leser. Lösungen, die in anderen Praxen erfolgreich waren, sollen die Berichte ergänzen und erweitern. Mehr dazu auch unter Berichten und Lernen.
Die CIRS-Experten des BVKJ bemühen sich zu den eingestellten Berichten, Lösungen, die zu ähnlichen Berichten von Nutzern in Form von Kommentaren angeboten wurden oder aus der Kenntnis der Literatur zu dem Thema abzuleiten sind, ergänzend anzubieten.
Exemplarische Berichte und deren Lösungen erscheinen regelmäßig als "Fehler des Monats".
Inwieweit in den Gremien des BVKJ die Berichte als Grundlage dienen, um Fehlerquellen gemeinsam fach- und berufsgruppenübergreifend zu beseitigen und die Sicherheitskultur in pädiatrischen Einrichtungen weiter zu verbessern, bleibt abzuwarten.
